„Das Geheimnis vom Fest der Jugend und der Versuch, es zu lüften!“

Mai 19, 2018 | Blog 2018, Emanuela´s Pfingstblog 2018

„Das Geheimnis vom Fest der Jugend und der Versuch, es zu lüften!“

In meinem 1. Blogeintrag ist es mir ein Anliegen, Dir von meinem 1. Besuch am Fest der Jugend zu berichten. Lass mich die Zeit zurück drehen ins Jahr 2014: Ich war am Papier zwar katholisch, konnte mit der katholischen Kirche aber nichts anfangen. Seit meiner Jugend empfand ich sie als langweilig andere katholische Teenager als still, schüchtern und Mauerblümchen – like. In den Freikirchen dagegen erlebte ich Leben, laute Worship – Musik, die ich so liebte, Begeisterung und Excitement. Ich selbst bezeichnete mich als Freikirchlerin.Mit diesem Background und einer gewissen kritischen Haltung kam ich also nach Salzburg, da ich schon so viel davon gehört hatte: dass da tausende Jugendliche sein würden und sogar ein freikirchlicher Gastsprecher, der sehr bekannt ist.

Das erste Objekt meiner Kritik begegnete mir bereits am Weg zum Dom: ein riesiges rotes Plakat auf dem „Veni, sancte spiritus“ („Komm, Heiliger Geist“) geschrieben stand. Pädagogisch geschult, dachte ich mir: „Das hat überhaupt keinen Sinn, das auf Latein hinzuschreiben. Versteht ja keiner.“

„Allein der Name „Abend der Barmherzigkeit“ war mir suspekt und irgendwie uncool.“

Eine weitere kritische Beobachtung war das Schreiten des Priesters durch die Menge mit der erhobenen Monstranz (da ist das Brot drinnen, von dem Katholiken glauben, dass sich Jesus da befindet) beim Abend der Barmherzigkeit. Allein der Name „Abend der Barmherzigkeit“ war mir suspekt und irgendwie uncool. Auf jeden Fall waren meine Gedanken dazu: „Typisch, die Menschen brauchen immer etwas zum Sehen, damit sie überhaupt glauben!“ und „Die Katholiken wollen Jesus in Kirchen und dem Brot einsperren, aber Jesus lässt sich nicht einsperren!“

Die nächste Neuheit für mich war die Art des Lobpreises: ich war gewohnt, dass sich vorne eine Bühne befindet mit vielen Sängerinnen und Sängern, die die Menge mehr oder weniger zum begeistertet Mitsingen, Mitklatschen und Händeheben animieren. Beim Fest der Jugend gab es auch eine Plattform, allerdings eine sehr mickrige, rechts vom Altarraum, die sich kaum von den Besuchern abhob. Den Mittelpunkt des Geschehens bildete in dem Fall der Altar mit Kreuz im Hintergrund.

„Hinter dem Event stehen nicht 5 „Super-VIP´s“, sondern eine, im Vergleich zu den vielen Teilnehmern, handvoll Leute, die am Dienstag zurückkehren in ihren Alltag!“

Was ich allerdings auch wahrnahm: die vielen 100en Menschen, die am Sonntag dem Ruf zum Altar folgten („Wer sein Leben Jesus geben möchte, kann dies jetzt tun und als Zeichen nach vorne kommen.“) Ich erlebte junge Leute, die extrem cool, witzig, stylish waren und so gar nicht meinem Klischee des Mauerblümchens entsprachen. Ich erlebte den Lobpreis als enorm aufrichtig und als ein allein „Gott die Ehre geben“. Dieser Eindruck bestätigte sich auch als ich das „Sacellum“ entdeckte: eine kleine, gemütlich hergerichtete Kapelle im Stadtzentrum, in der von morgens bis abends Lobpreis allein für Gott gespielt wurde – fern vom Trubel und Blicken.

„Ich erlebte junge Leute, die extrem cool, witzig, stylish waren und so gar nicht meinem Klischee des katholischen Mauerblümchens entsprachen.“

In mir, immer die Frage: „Wie ist das möglich, dass hier über 5000 junge Menschen hinkommen? In die sogenannte langweilige katholische Kirche? Hier gibt’s weder Freibier noch sonst irgendwelche „trendy“ Angebote!“ Einmal fragte ich eine sehr in das Pfingstfest involvierte Bekannte, was denn das Geheimnis vom Fest sei. Ich erwartete mir strategische Pläne, angewendete Strategien aus dem wirtschaftlichen und leadership Bereich. Sie jedoch zeigte nach oben und sagte mit einem Grinsen: „Elli, es ist der Heilige Geist!“

„Selbst wenn wir nur 100 Menschen wären, würden wir den Dom mit unserem Lobreis und unserem Weihrauch der Anbetung füllen und uns einklinken in den Gesang der Engel und Heiligen.“

Heuer bin ich zum 5. Mal am Fest der Jugend. Zwei Mal durfte ich als „Praystation“ für Menschen beten, 2018 zum 2. Mal im Medienteam behilflich sein.Menschlich kann man sich den Erfolg und die Teilnehmerzahlen nicht erklären und auf die Frage „Warum gehen diese vielen Jugendlichen nicht lieber in coole Clubs wo´s Sex und Alkohol gibt?“ finde ich nach wie vor keine greifbare Antwort.

Die Eindrücke, die ich vor 4 Jahren hatte, haben sich bestätigt:

  1. Der ganze Event lebt davon, Gott allein die Ehre zu geben und allein ihm zu gefallen. Selbst wenn wir nur 100 Menschen wären und das Jahr für Jahr, ohne dass sich was tut, würden wir den Dom mit unserem Lobreis und unserem Weihrauch der Anbetung füllen und uns einklinken in den Gesang der Engel und Heiligen.
  2. Hinter dem Event stehen nicht 5 „Super-VIP´s“, sondern eine, im Vergleich zu den vielen Teilnehmern, handvoll Leute, die am Dienstag zurückkehren in ihren Alltag, zurück in die kleinen unscheinbaren Gebetsräume der Loretto Gemeinschaft, wo sie nur für „the audience of One“ singen und spielen. Das Fest der Jugend ist „unser“ Event, getragen von jedem einzelnen der Mitarbeiter.

 

Bis morgen!

Eure Emanuela

 

 


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